Zu Zeiten der DDR fand ich nie ein Interesse an Arbeiterliedern und an Kampfliedern. Das war für mich Geschichte. „Ich trage eine Fahne“, war für mich mit den „durchorganisierten“ Maifeiern verbunden. Ein Ritual, an dem ich in den letzten Jahren als „Spaziergänger“ mit meinem kleinen Sohn teilnahm. Im Jahre 1991/1992 arbeitete ich als Buchhändler. Antiquarische Bücher aus der DDR fielen mir viele in die Hand. So auch das „Liederbuch der FDJ“. Ich las die Liedertexte. Wie zeitgemäß sind sie doch! Welche tiefe Einsicht enthalten sie! Welche Kraft geht von ihnen aus! Kraft die wir dringend brauchen, um diese Lieder wieder „zu Geschichte“ werden zu lassen.
Hans-Jürgen Westphal